ReBach Module
ReBach Module

ReBach Catch Eurorackmodule kennen wahrscheinlich nur wenige. Auch wir hatten noch nichts davon gehört – bis wir Rob Papen besuchten …

Letztes Jahr waren wir mit unserem Korg MS-20/Behringer K-2-Vergleichtest zu Besuch im Studio von Rob Papen in den Niederlanden. Natürlich hat uns Rob bei dieser Gelegenheit sein gesamtes Studio gezeigt. Dabei fiel uns ein Modulsystem auf, dass wir bis dahin nicht kannten: ReBach, ein kleiner Hersteller – natürlich auch aus den Niederlanden. Empfehlung genug, wenn Sound-Wizard Rob damit arbeitet.

Und schon haben wir verschiedene ReBach-Module in unser Eurorack geschraubt. Wir haben uns für den Anfang für die Module der Catch-Serie entschieden, die ReBach selbst als Entry-Level-Systeme bezeichnet.

Zur Verfügung standen uns:

  • VCO-A (2 X)
  • VCF-A
  • ADSR-A (2 x)
  • VCA-A

Alle Module machten auf den ersten Blick einen durchaus guten und auch gut verarbeiteten Eindruck. Wie bei Entry-Level-Modulen zu erwarten, sind alle Modelle übersichtlich und einfach aufgebaut. Mitgeliefert werden Flachbandkabel und Schrauben für das Eurorack. Gehen wir die Module doch einfach mal durch:

Rebach Catch Test – VCO-A

Der VCO bietet drei Regler und 6 Ein/Ausgänge – That’s it. Das Modul beherbergt einen analogen Oszillator auf Basis des klassischen CEM3340, der bei Moog, Roland und Oberheim zum Einsatz kam. Damit wird klar, wo die klangliche Reise hingeht.

Mit dem Tune-Regler lässt sich der VCO bis in de Lo-Bereich herunterstimmen. Einen Fine-Tune-Regler finden wir wie bei vielen anderen Modulsystemen leider nicht. Drei Schwingungsformen stehen zur Auswahl, Sägezahn, Puls (regelbar) und Dreieck, die auch parallel nutzbar sind. Bei Anschluss einer Tastatur oder eines Sequenzers gilt die 1V/Oct.-Logik.

Ansonsten finden wir noch Eingänge für die Pulsbreiten-Modulation und lineare FM, wozu wir einen zweiten Oszillator benötigen. Beide Eingänge sind regelbar.

Beim Test haben wir parallel einen Sägezahn vom Roland System-500 und ReBach laufen lassen. Es gab keinen hörbaren Unterschied. Beide VCOs machen ordentlich Druck. Das klangliche Ergebnis selbst bei der Verwendung nur eines VCOs war ausgesprochen positiv, besonders dann, wenn wir die Pulsbreiten-Modulation aktiviert haben (der LFO kam dabei von einem anderen System).

Der Preis für den ReBach Catch VCO (8 HP) liegt bei 95 Euro. Darin sind 21 % niederländische MwSt. enthalten.

ReBach Eurorack Module
ReBach Eurorack Module

ReBach Catch Test – VCF

Kommen wir zum Filter, dem ReBach Catch VCF-A. Hierbei haben wir es mit einem 12-dB-Filter zu tun mit Cutoff und Resonance (selbstoszillierend). Wir finden einen Ein- und einen Ausgang und dazu zwei CV-Eingänge, davon ist einer regelbar, der zweite nicht. Ein Eingang ist natürlich wenig, will man den zweiten Oszillator auch mit dem Filter verbinden. Auf alle Fälle benötigt man noch Signalverteiler oder Mixer, die CV und Audio verarbeiten (hat Rebach auch im Programm).

Wir verglichen den Filter mit dem des Behringer Neutron (12 dB) und auch mit dem VCF des Roland System 500 (24 dB). Dabei fiel auf, dass der ReBach schon seine Eigenheiten besitzt. Bei voll aufgedrehten Cutoff-Regler beschneidet er im Vergleich zu den beiden anderen genannten Filtern die Höhen etwas. Diese kommen allerdings dazu, sobald man die Resonanz leicht aufdreht (ohne dass es zur Selbst-Oszillalation kommt). Andererseits wird im Gegensatz zu manch anderen Filter der Sound nicht dünner, wenn ma die Resonanz erhöht, da wird der untere Mitten und Bassbereich angehoben.

In der Praxis bedeutet dies, dass trotz höherer Resonanz der „Wumms“ im Sound nicht verloren geht. Die Tiefen bleiben erhalten, was ich als sehr positiv ansehe. Gestört hat mich nur, dass der ReBach-Filter doch deutlich das Level des Signals gesenkt hat. Andererseits hat der VCF schon seinen eigenen Charakter, dass ist ein Pluspunkt.

Preis: 95 Euro inkl. 21% VAT

ReBach Catch Test – ADSR A

Wie erwartet aufgebaut ist der ReBach Hüllkurvengenerator mit Reglern für Attack, Decay, Sustain und Release. Die Hüllkurve packt recht flott zu, was die Voraussetzung für perkussive Klänge ist. Ansonsten finden wir den obligatorischen Gate-Eingang und zwei CV-Ausgänge. Letzteres bedeutet, ich kann den Hüllkurengenerator auf Filter und VCA legen.

ReBach Catch Test – Der Klang

Mich hat das System selbst mit nur einem Oszillator überzeugt. Da kommt eine Menge „Dampf“ raus, egal ob als Synthi-Bass oder als Lead. Natürlich kann man in der gewählten Konfiguration jetzt keine experimentellen Klänge erwarten, aber als Einsteig in die modulare Synthesizer-Welt eigenen sich die ReBach-Module ausgezeichnet. Ich würde als Einstiegssystem folgende Konfiguration wählen: 2 x VCO, VCF, VCA, 2 X ADSR, LFO und Signal Multiply.

Nachstehend zwei Klangbeispiele, letzteres mit FM.

ReBach Catch Test – Fazit

Wir sind positiv überrascht. ReBach fertigt gute Eurorack-Module in einer guten Verarbeitungsqualität zu einem fairen Preis. Die Features (Ein/Ausgänge etc.) der Catch-Module sind jetzt nicht üppig, aber dafür sind es ja auch Entry-Level-Module. Einzig beim Filter hätte es noch einen weiteren Audio-Eingang geben dürften. Die Verarbeitung ist gut, die Drehregler arbeiten allesamt sauber mit einem guten Regelweg. Da gibt es nichts zu meckern.
Wer sich für ReBach interessiert, der schaue sich auf der entsprechenden Webseite um: www.rebach.eu.