Waldorf Kyra Test
Waldorf Kyra Test

Der Waldorf Kyra begegnete uns erstmals auf der NAMM 2018. Dort hieß er aber noch Valkyrie. Erst später kam es dann zur Zusammenarbeit mit Waldorf. Und hier kommt der Waldorf Kyra Test.

Bei und mit Waldorf wurde der Synthesizer einem umfangreichen Shaping unterzogen und wurde zum Kyra, einem virtuell analogen Synthesizer, der sich ohne Zweifel in der Oberklasse ansiedelt – von der Leistung und auch vom Preis.

Der Waldorf Kyra ist übrigens der erste professionelle Synthesizer, der mit der FPGA-Technologie arbeitet. Für uns Anwender bedeutet dies u. a. ein Plus bei der Rechenleistung und der Zuverlässigkeit.

Waldorf Kyra Test – Unboxing

Der Waldorf Kyra ist ein reiner Desktop-Synthesizer, eine Tastatur-Version gibt es nicht. Holt man den Synth aus dem Paket, dann fällt auf, dass dieser für dieses Format relativ groß und schwer ist. 5,5 kg bringt der Kyra auf die Waage. Der Grund wird schnell klar: Der VA-Synthesizer kommt in einem schweren und äußerst stabil wirkenden Metallgehäuse daher – Gott sei Dank kein weiterer Plastik-Synth. Ein Synthesizer „to go“ ist das wahrlich nicht. Und das meine ich positiv.

Die großzügigen Maße (440 x 305 x 85 mm) erlauben natürlich auch ein aufgeräumtes Design. Letzteres stammt übrigens von unserem alten Freund Axel Hartmann und seiner Design Box. Das Aussehen unterstreicht den Eindruck, dass es sich beim Waldorf Kyra um ein Instrument mit professionellem Anspruch handelt. Irgendwie wirkt alles sehr edel, aber auch sehr kühl, fast schon etwas klinisch.

Im Test erreichte uns noch das neue Betriebssystem OS 01.76, was einige Updates gebracht hat, die ich an den geeigneten Stellen einfließen lasse.

Waldorf Kyra Test – Der Aufbau

Beim Waldorf Kyra handelt es sich um einen Virtual Analog Synthesizer im klassischen Aufbau. Viele hatten von Waldorf ein Gerät á la PPG mit Wavetable-Synthese erwartet. Diesen Wunsch erfüllt der Kyra nicht, obwohl man bei Waldorf selbst den Begriff „Wavetable“ in Verbindung mit dem Kyra benutzt. Warum, das werden wir nachstehend klären.

Was haben wir? 128 Stimmen mit bis zu 10 Oszillatoren pro Stimme, 8-fach multitimbral, 4 Stereo-Ausgänge, und über USB können alle 8 Parts auf separate Spuren einer DAW übertragen werden. Das ist doch mal ein Wort. Endlich mal wieder ein System, das die Multitimbralität unterstützt. Und das mit 128 Stimmen, die dieses Feature wirklich nutzen lassen. In der Praxis können wir uns das wie acht Synthesizer auf einen Streich vorstellen.

Auf der Bedienoberfläche sind die einzelnen Klangbausteine und Sektionen direkt erkenn- und nutzbar: der Oszillatorbereich, Filter, Hüllkurven, LFOs, ein Arpeggiator und eine umfangreiche Effektsektion. Alles wirkt übersichtlich angeordnet. Dazu kommt, dass wichtige Parameter auf die oberste Ebene gelegt worden sind und damit einen direkten Zugriff erlauben. Allerdings muss man – besonders in der Oszillatorsektion – auch Parameter anwählen und mit den Auswahltasten verändern. Dabei muss man je nach Bereich auch schon mal mehrere Seiten durchblättern, um zur gewünschten Funktion zu gelangen.

Sobald man übrigens einen Taster oder einen Regler irgendeiner Sektion bewegt, dann erscheinen die dazugehörigen Daten sofort im Bildschirm. Da das manchmal auch unerwünscht sein kann, z. B. macht es wenig Sinn, bei Änderung der Lautstärke das Menü zu wechseln, kann man auch auf „No Follow“ gehen und der gewünschte Bereich verbleibt im Display.

Waldorf Kyra Bedienelemente
Waldorf Kyra Bedienelemente

Waldorf Kyra Test – Die Oszillator-Sektion

Der ganze Bereich sieht auf den ersten Blick recht unscheinbar aus, aber hier steckt ein Wolf im Schafspelz. Wir sehen zwei Oszillatorbereiche, die zum großen Teil identisch aufgebaut sind. Dabei gibt es jeweils zwei Modi: Wave und Supersaw.

Starten wir mit dem Wave-Bereich. Drei Schwigungsformen können wir hier über einen Level-Regler abrufen und mischen: Saw, Puls (Pulsbeite regel- und modulierbar) und Wave. Wave steht für eine Auswahl von über 4.000 (viertausend!) Schwingungen, die in einer Wavetable abgelegt sind. Diese Anwahl erfolgt dann auf der zweiten Ebene im Display und nicht mehr mit einem Regler auf der Hauptbedienungsseite.

Die einzelnen Schwingungen sind auch getagged, jedoch kann ich mit Bezeichnungen wie Construction Set 1-X jetzt nicht ganz so viel anfangen. Auch die grafische Anzeige der aktuellen Wave ist ganz nett, hilft aber auch nicht wirklich weiter. Man kann zwar Schwingungen einer bestimmten Kategorie filtern, jedoch muss ich dann alles durchhören, um die richtige Wahl zu treffen.

Waldorf Kyra Test – Wavetables?

Wavetable? Waldorf? PPG? Aus dieser Assoziationskette scheint in der Vergangenheit ein Missverständnis entstanden zu sein. Der Waldorf Kyra hat keine Wavetable-Synthese á la PPG, wir haben es hier mit einem virtuell analogen Synthesizer zu tun. Mit Wavetable bezeichnet man hier „nur“ die große Liste an zur Verfügung stehenden Schwingungen, die aber nicht „durchfahren“ werden kann.

Es sind allesamt Single-Cycle-Schwingungen. Damit hat man dem Kyra natürlich einen immensen Grund-Klangvorrat mit auf den Weg gegeben.

Waldorf Kyra Test – Supersaw

Supersaw ist in Begriff, der von Roland im Zusammenhang mit dem JP-8000 geprägt wurde. Damit bezeichnet man einen Klang, der aus mehreren übereinandergelagerten Sägezahn-Schwingungen besteht, die man gegeneinander verstimmen kann. Heraus kommt dabei ein wirklich breiter und fetter Klang.

Aber unter der Oberfläche schlummern noch mehr Möglichkeiten. Wer mal in die Tiefe geht, der wird einen sogenannten Aux-Oszillator finden, der entweder eine Ring-Modulation oder Noise erzeugt. Auf dem Panel deutet nichts auf eine solche Funktion hin.

Die beiden Oszillatoren lassen sich „hard“ syncen, was dabei nicht für die Sub-Oszillatoren gilt. Auch kann der erste Oszillator von den Waves der zweiten Sektion frequenz-moduliert werden, was die Klangpalette weiter erhöht. Auf der Frontseite befinden sich für Oszillator 1 noch ein Tune-Regler und für Oszillator 2 ein Detune-Regler, der die feinen Verstimmung regelt.

Waldorf Kyra Wave Modus Aufbau

Waldorf Kyra Wave Modus Aufbau Dual Filter

Waldorf Kyra Test – Suboszillatoren und Dual Modus

Wem der Klang noch nicht fett genug ist, der kann die Sub-Oszillatoren nutzen, über die jede Oszillatorbank verfügt. Diese schwingen entweder auf der gleichen Oktavlage wie der Hauptoszillator oder aber eine Oktave darunter. Für einen breiteren Klang können die Subs auch gegen den Hauptoszillator verstimmt werden.

Die Handhabung ist einfach wie wirkungsvoll. Wir wählen eine der vier Schwingungsformen aus, können das Gesamtlevel einstellen und verstimmen den Sub in der gewünschten Intensität. Mit dem Dual-Modus verdoppeln wir quasi die Oszillatoren, die sich im Stereo-Bild dann „ausbreiten“ lassen. Dabei haben wir bis zu 10 Oszillatoren pro Stimme: 2 x Osc, 2 x Sub, 1 x Aux und das alles mal 2 macht zehn. Fett!

Waldorf Kyra Test – Der Filterbereich

Der Kyra bietet zwei Filter, die man entweder hintereinander oder als echten Stereo-Filter parallel laufen lassen kann. Wählt man letztere Version, dann wird bei den Oszillatoren automatisch der Dual-Mode ausgewählt. Auch arbeitet der paralelle Filter nur im Wave-Modus, da das zweite Filter im Hypersaw-Modus automatisch mit verwendet wird. Ich bin ja ein großer Freund von Stereo-Filtern, die einen Klang noch viel lebendiger gestalten können.

Bei beiden Filtern gibt es die Lowpass-, Band- und HighPass-Version jeweils in 12 db/Okatve oder 24 dB/Oktave. Dazu gibt es Cutoff- und Resonance-Regler sowie die Regler für die Filterhüllkurve ADSR und einen Envelope-Amount-Regler auf der obersten Bedienebene. Die weitere Filterprogrammierung (Modulationen etc.) spielt sich dann auf den Menüseiten im Display ab.

Waldorf Kyra Test – Die LFOs

Drei LFOs stehen zur Verfügung, jeder davon mit 128 verschiedenen Wellenformen. Diese Anzahl kann man noch erhöhen, wenn man einen LFO durch einen zweiten frequenzmoduliert. Die Frequenz reicht in der Grundeinstellung von 0,1 Hz bis 12,8 Hz. Auf der LFO-Page kann man aber auf „extended“ umschalten, um einen Wert von knapp über 50 Hz zu erreichen. Dies ist eine der Verbesserungen, die das Update gebracht hat.

Auf der Frontseite liegen für die LFOs drei Wahltaster sowie ein Shape-Regler, der die Schwingungsformen bestimmt und auch dann bei Betätigung gleichzeitig im Display grafisch anzeigt. Die LFOs können übrigens wahlweise unabhängig schwingen oder ge-synced mit einer Clock.

Waldorf Kyra Test – Die Hüllkurven

Wir finden hier drei klassische ADSR-Generatoren, einen für den Amp, einen für den Filter und einen dritten zur freien Verwendung (z. B. Pitch). Allerdings können alle ADSR-Einheiten über die Modulationsmatrix auch anderweitig eingesetzt werden.

Auf der ersten Ebene haben wir Zugriff auf vier Regler (ADSR) für den Bereich Amp und Aux sowie weitere vier Regler, die sich aber in der Filtersektion befinden.

Die zeitabhängigen Werte (ADR) werden in Sekunden mit drei Stellen hinter dem Komma an- und eingegeben. Der kürzeste Wert entspricht also einer Millisekunde. Damit sind dann auch sehr kurze Hüllkurven für perkussive Klangfarben möglich.

Im ersten Moment irritierend empfand ich, dass die Rasterung größer ist als 1 Millisekunde. Wir fangen an mit 1 ms, dann 2 ms, dann 5 ms und später auch noch deutlich größere Sprünge. In der Praxis konnte ich z. B. zwischen einer Release-Time von 1,588 s und 1,688 s keinen wirklichen Unterschied ausmachen. Also ich empfinde dies nicht als Nachteil, wollte es aber nicht unerwähnt lassen.

Für den Amp sei noch gesagt, dass man mit dem neuen OS nun auch einstellen kann, wie der Kyra auf Velocity reagieren soll. Das war auch ein Kritikpunkt an der Vor-Version.

Waldorf Kyra Test – Der Arpeggiator

Jedem Patch zugeordnet ist ein Arpeggiator, der natürlich auch deaktiviert werden kann. Dies bedeutet, dass man bei einem Multi mit 8 Parts bis zu 8 Arpeggiator-Linien übereinanderlegen kann/könnte. In einem solchen Fall ist es natürlich ratsam, die Arpeggii mit einer Clock zu synchronisieren. Die meisten Parameter hat man hier auf der ersten Ebene im Zugriff wie z. B. Laufrichtung und Tempo.

Bei den Laufrichtungen gibt es die obligatorischen Figuren: up, down, up/down und random sowie Chords und die Range des Arpeggios. Mit einem kürzlich erfolgten Update wurde auch eine Latch-Funktion integriert – sicherlich eine Aufwertung. Für Abwechslung im Arpeggio-Geschehen sorgen 128 verschiedene Patterns, die man pro Patch abrufen kann. Mir fehlt da leider die Dokumentation, was die Patterns unterscheidet. So muss ich mir das alles durchhören und merken.

Waldorf Kyra Test – Die Effekte

Der Kyra verfügt über 9 verschiedene Stereo-Effekt-Module, die man auf der ersten Ebene anwählen kann: 3-Band-EQ, Formant-Filter, Input Limiter, Distortion Modul, Delay, Phaser, Chorus, Stereo-Reverb und Output Limiter. Fünf Parameter können dann per Drehreglern live beeinflusst werden, der Rest erfolgt auf den entsprechenden Pages. Mehr als fünf Parameter wird man wahrscheinlich on the fly nicht verändern wollen.

Großes Lob dafür, dass je Effekt ein Dry&Wet-Regler auf der obersten Bedienebene zu finden ist. Besonders im Studio kann es wichtig sein, seine Synth-Spuren erst einmal „trocken“ aufzunehmen, um die ganzen „Räume“ im Gesamtmix noch in der Hand zu haben. Auch kann man Effekte bei den Parts im Multi-Modus auch abschalten, ohne das Patch an sich zu beeinflussen. Gute Sache, sehr praxisorientiert.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich am liebsten einen Knopf, mit dem ich die ganze Effektsektion generell deaktivieren kann. Der Mann am Pult im Studio wird es danken. Denn in der Praxis wird man hier und da zum Schluss noch andere Effekt für den Mix-Down bemühen. Aber ansonsten alles da, alles in einer guten und brauchbaren Qualität. Und, ganz wichtig, man kann je Patch alle Effekte gleichzeitig nutzen. Und das nun mal acht Parts gerechnet … das bedeutet, dass wir hier auch nicht von Mastereffekten reden, sondern von 9 Effekten je Patch/Part.

Waldorf Kyra Test – Die Modulationsmatrix

Ganz unscheinbar auf der rechten Seite finden das Thema „Modulationsmatrix“. Viele gängige Effektwege (z. B. LFO 1 auf Pitch) sind im Kyra „vorverdrahtet“, aber dank dieser Sektion ist alles änderbar. Alles kann mit allem verbunden werden. Die ganze Programmierung findet allerdings im Display statt. Dies ist eine Einheit, die man wahrscheinlich erst im zweiten Schritt erkunden und schätzen lernen wird.

Waldorf Kyra Test – Die Speicherorganisation

Waldorf Kyra Patch Edit
Waldorf Kyra Patch Edit

Wir unterscheiden zwischen Multis, Patches und Parts. Ein Multi besteht aus maximal 8 Parts, die sich auf einem und auch auf unterschiedlichen MIDI-Kanälen ansprechen lassen (multi-timbral). Damit lassen sich Klänge übereinanderlegen oder aber auch auf verschiedenen Tastaturbereiche im Split verteilen. Oder ich nutze dies als 8 parallel und voneinander unabhängige Synthesizer. So kann ich im Studio mit nur einem Kyra eine ganze Produktion fahren.

Da man über USB-Audio die 8 Parts auch auf separate Spuren in der DAW legen kann (96 kHz/24 bit), ist dies äußerst flexibel. Im Multi-Modus lassen sich noch diverse Parameter bestimmen, so z. B. das Panorama des Parts, die Lautstärke und der Tastaturbereich. Auch kann man hier die einzelnen Effekte de-aktivieren. Der Multibereich stellt 128 Speicherplätze zur Verfügung. Im Studio könnte man auch alle an einem Projekt beteiligten Klangfarben in einem Multi archivieren, um nicht wieder alles zusammensuchen zu müssen.

Dann kommen wir zu den Parts, die aus einem Patch bestehen. Damit bezeichnen wir die einzelnen Klangprogramme des Kyra. Einen speziellen Single-Modus gibt es nicht. Ein Part repräsentiert quasi einen kompletten Synthesizer, ein Patch dessen Klangprogramm.

Nicht weniger als 3.328 Speicherplätze organisiert in 26 Bänken (A-Z) mal jeweils 128 Speicherplätzen stehen bereit. Die ersten 7 Bänke sind frei für User Patches, die restlichen 17 sind ROM-Presets. Die Patches sind getagged und man kann nach Kategorien filtern, aber so richtig übersichtlich finde ich das bei der Vielzahl an Patches nicht unbedingt. Schön wäre es, ein Kategorie anwählen zu können, die darunter abgelegten Patchs zu sehen und sich dann für ein Patch zu entscheiden.

Waldorf Kyra Test – Die Anschlüsse

Der Kyra ist mit allem bestückt, was man benötigt: 4 Stereo-Ausgangspaare Line, USB-MIDI, MIDI in/out/thru, USB-Audio sowie ein Kopfhörerausgang (den man sich lieber auf der Frontplatte gewünscht hätte).

Waldorf Kyra Test – Die Bedienung

Der Synth hat einfach zu viele Parameter, um diese alle nach vorne zu legen. Die Mischung aus Zugriff über die Bedienelementen oder aber durch direkte Eingaben im Display ist eigentlich gut gelungen. Natürlich sind beide Varianten voneinander abhängig: Drehe ich ein Regler, so verändert sich natürlich auch der Wert im Display.

In der Regel werden vier Parameter auf einer Display-Seite gleichzeitig angezeigt. Das ermöglicht einen wirklich guten und nicht zu komplizierten Überblick. Hat ein Bereich mehr als vier Parameter, so wurden diese auf unterschiedlichen Pages untergebracht.

Etwas anfreunden musste ich mich damit, dass für die Werteeingabe kein Encoder Verwendung fand. Alles erfolgt nur über die Pfeiltasten, die aber bei längerem Druck sich sehr schnell durch die Werte bewegen. Verwirrend empfand ich die Anzahl der Eingabeelemente. Ich habe den Cursor, um im Display von einem zum nächsten Parameter zu gehen. Daneben ein weiteres Tastenpaar, welches die Werte verändert und ein drittes neben dem Display, mit dem ich von Seite zu Seite im Display springe.

Dazu kommen noch auf der linken Seite vier Tastenpaare, mit denen ich die Multis umschalte, die Patches, die Parts und auch die Soundbänke. Und dann haben diese Bedienelemente auch noch Doppelfunktionen. Hmmh, daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Mir fehlt ganz eindeutig so eine Art Librarian-Funktion, die mir eine bessere Übersicht und damit Auswahl über Multis, Parts, Waves, Arpeggio-Patterns etc. gibt. Das kommt mir alles etwas zu kurz. Bei zu vielen Bereichen tappt man im Dunkeln. Da könnte man vielleicht mit einer externen Software noch nachlegen.

Waldorf Kyra Test – Der Sound

Es dürfte keine Überraschung sein, dass der Waldorf Kyra bei der Oszillator-Power einen ungemein fetten Sound hervorbringt. Dabei hat er aber auch stets so einen „umschmeichelnden“ Grundklang, der dem Synth schon so etwas wie einen eigenen Charakter verleiht. Da ist es egal, ob man sich einen fetten Techno-Bass anhört oder aber ein Streicher-Pad.

Der Kyra besticht aber auch durch ein sehr klares und transparentes Klangverhalten. Manchmal haben die Presets ein wenig zu viel Effektanteil, aber das kann man ja ändern. Der Synthesizer ist dabei ungemein vielseitig, egal ob Pads, Bässe, Leads, FX-Sounds und auch metallische Klangfarben, der Kyra meistert das.

Wir haben nachfolgend mal ein paar Klangbeispiele aneinandergehängt.

Waldorf Kyra Test – Fazit

Ich begrüße es, dass mit dem Waldorf Kyra wieder ein Synthesizer auf den Markt gekommen ist, bei dem man keine Kompromisse eingegangen ist, um in einer gewissen Preis-Region zu landen. Mit knapp über 2.000 Euro liegt er ja schon im oberen Segment. Steht die entsprechende Leistung dahinter, dann ist daran nichts auszusetzen.

Und das, was der Kyra bietet ist beeindruckend: 128 Stimmen, Einzelausgänge Verarbeitung, Stereo-Funktionen, Effekte in quasi 8 Synthesizern in einem Gerät vereint. Wenn jetzt noch die Übersicht über das große Angebot an Sounds und Patterns verbessert würde, wäre das alles komplett rund.

Mit seinen multi-timbralen Möglichkeiten und der Einbindung in eine DAW-Umgebung passt der Kyra auch perfekt in eine professionelle Studioumgebung. Wer jetzt nur einen einfachen polyphonen Synth für ein paar Begleitakkorde sucht, der kann das auch preiswerter haben. Wer aber ein multitimbralen VA-Synthesizer in den Mittelpunkt seiner Musik und seines Studios stellen möchte, der sollte sich den Kyra intensiv anhören.

Der Kyra hat einen professionellen Anspruch und dem wird er gerecht. Sein Klangangebot ist ungemein vielfältig, diese reicht von den fetten und arbeiten Supersau-Sounds bis hin zu wirklich drückenden Bässen, durchsetzungsfähigen Leads und auch interessanten Pads, FX-Sounds und metallischen Tönen. Dabei hat der Kyra aber immer einen eigenen Charakter, irgendwie klingt er weniger nach „Bronx“, dafür aber immer edel.