Uno Drum im Testbericht
Uno Drum Test

Passend zum IK Multimedia UNO Synth wurde auf der Superbooth der IK Multimedia UNO Drum vorgestellt. Mit einem Streetpreis von knapp 290 Euro liegt das kleine Gerät in einem umkämpften Marktsegment. Mal sehen, wie es sich dort schlägt.

Der IK Multimedia UNO Drum ist mit gerade mal 400g wahrlich ein Leichtgewicht. Optisch passt er sich perfekt an den UNO Synth an, haben beide Geräte doch mehr oder weniger das gleiche, leicht abgeschrägte Desktop-Chassis, was komplett aus Plastik gefertigt wurde. Es wirkt stabil, obwohl es dadurch nicht ganz so wertig daherkommt.

UNO-Synth-Usern wird die Benutzeroberfläche vertraut vorkommen, arbeitet der Drumcomputer mit einer ähnlichen Parameter-Matrix.

Der obere Bereich ist hell gehalten und sehr übersichtlich, der untere graue Bereich, mit grau-schwarzer Schrift auf grauem Untergrund, ist bei schwachen Lichtverhältnissen weniger gut ablesbar. Für Übersicht sorgt eine dreistellige 7-Segment-Anzeige

IK Multimedia UNO Drum Test – Der Aufbau

Auf der unteren Hälfte des UNO Drum finden wir 12 Pads, die den 12 Instrumenten entsprechen, die das Instrument anbietet. Dabei ist UNO Drum 11-stimmig polyphon. Die Soundauswahl ist eher konservativ, Percussion-Instrumente gibt es nicht. Kick-Drums und Toms sind zweimal vorhanden. Das ist gut, so kann man zwei sehr unterschiedliche Bassdrums in einem Pattern verarbeiten.

Untere Reihe

  • Kick 1
  • Kick 2
  • Snare
  • Closed Hi-Hat
  • Open Hi-Hat
  • Clap

Obere Reihe

  • Tom 1
  • Tom 2
  • Rimshot
  • Cowbell
  • Ride
  • Cymbal

Das Gerät bietet insgesamt 60 verschiedenen Klangfarben an. Dabei kann man bei jedem Instrument zwischen 5 Varianten auswählen. Bei den Instrumenten der unteren Reihe stehen 4 Samples und 1 analoge Version zur Auswahl, bei der oberen Reihe sind es 5 Samples. Die Auswahl erfolgt über „SOUND“, auf dem Display erscheinen dann die Ziffern 1-5 bzw. „An“ und 2 bis 5. Mit dem DATA-Regler werden dann die Veränderungen vorgenommen.

Die jeweiligen Klangfarben lassen sich noch in den Parametern Level, Tune, Snap und Decay verändern. Um ein Instrument auszuwählen, drückt man auf die entsprechende Taste, die dann grün aufleuchtet. Schön ist, dass dies auch im laufenden Betrieb möglich ist. Besagte vier Parameter sind nicht für jede Variation vorhanden, in diesem Fall blinkt das Display. In die jeweiligen Menus: SOUND, KIT, PATTERN und SONG gelangt man über die orange-farbenen Taster rechts oben.

Der IK Multimedia Uno Drum Test – Videoüberblick:

IK Multimedia UNO Drum Test – Kits & Patterns

UNO Drum bietet insgesamt 100 Kit-Speicher an, die von Werk aus alle belegt sind. Natürlich kann man diese mit eigenen Bearbeitungen überschreiben. Gleiches gilt für die 100 Pattern, die zwischen einem und vier Takten mit jeweils bis zu 16 Steps lang sein dürfen. Die Patterns und die Kits werden übrigens über den DATA-Regler angewählt. Will man die Pattern live wechseln, so muss man dies mit besagtem Regler erfolgen, während das vorherige Pattern noch bis zum Ende durchläuft.

Angezeigt wird immer nur die Patten-Nummer zwischen 1 und 100. Will man das gezielt machen, muss man schon einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Pattern im Kopf behalten.

Wenger komfortabel ist, dass man schon ganz schön am DATA-Regler schrauben muss, um z. B. von Pattern 12 auf 68 zu gelangen. Wenn man Pech hat, dann schafft man das zeitlich nicht und das „alte“ Pattern läuft noch eine Runde weiter. Es wäre schön gewesen, hätte man 12 Pattern auf die 12 Pads legen können. Mit dem Velocity-Switch wären sogar 24 möglich.

Es gibt dann noch einen Song-Mode, der bis zu 64 Steps (Patterns) enthalten kann. Schade, dass hier nicht mehr Speicherplätze angeboten werden. Andererseits arbeitet man live mit eher mit den Pattern und in einer Aufnahme-Situation eher mit der DAW-Software.

Kits und Pattern sind übrigens unabhängig voneinander. Mit einem Pattern speichert man kein bestimmtes Kit ab.

Die „Pads“ und alle Bedienelemente sind allesamt als eine Art Folientastatur ausgelegt. Obwohl diese keinen Druckpunkt haben und auch sonst keine physikalische Rückmeldung geben, ist die Bedienung recht angenehm. Die Pads bieten übrigens zwei Velocity-Zonen an.

IK Multimedia UNO Drum Test – Effekte und Bearbeitung

Die Matrix auf der linken Seite wird UNO Synth-Usern bekannt vorkommen. Die Anwahl der Sektion (mit einer LED gekennzeichnet) erfolgt über die vertikalen Taster links: DRUM, FX und SEQ. Die Parameter liest man in den drei horizontalen Zeilen ab. Die vier Endlosregler bestimmen den Wert des angewählten Parameters. Übersichtlich, platzsparend und gut zu bedienen.

Die DRUM-Parameter verändern den Sounds (individuell je Instrument) in den Parametern Level, Tune, Snap und Decay. Damit bastelt man sich dann seine persönlichen Drumkits. Es sind zwar „nur“ vier Parameter, aber gerade mit Tune und Decay kann man den Drumsound sehr intensiv bearbeiten. Und mit Level regelt man das Lautstärkeverhältnis der Instrumente untereinander (wichtig, da ja keine Einzelausgänge vorhanden sind).

Die erste Reihe hat noch eine Doppelbelegung. Hiermit steuert man noch den analogen Sound von Kick 1 per FM-Modulation: FM Tune, FM Amount und Sweep Time. Die FM-Parameter erweitern die Soundmöglichkeiten gerade bei der wichtigen Bassdrum doch sehr stark.

Mit dem ersten Regler kann man dann noch einen LowPass-Filter auf die Snare schalten, um diese vielleicht weniger scharf im Klang zu gestalten. Warum diese Parameter nun in der Doppelbelegung erscheinen, erschließt sich für mich nicht. Vielleicht war das eine Idee, die kurz vor Schluss noch dazu kam.

Die beiden nächste Zeilen (jeweils orange) beeinflussen dann das gesamte Gerät: Hier finden wir einen Kompressor, einen Drive-Effekt, die Stutter-Funktion und Amount.
Stutter ist eine Art Fill-in/Loop-funktion, die in Abhängigkeit vom Pattern und der eingestellte Stutter-Variante, von denen es 10 gibt, „neu sortiert“, wodurch auflockernde Fills/Loops entstehen.
Diese werden live über die Taste „Stutter“ rechts neben den Drumpads abgerufen. Dort finden wir auch die „Roll“-Funktion.

Die unterste Reihe SEQ bearbeitet das gesamte Pattern mit Swing, Division, Humanize und Velocity.

Humanize gibt dem Pattern einen gewissen „Ungenauigkeits-Faktor (random)“. Stellt man den Wert auf Extremposition simuliert man ein gewisses Maß an Trunkenheit beim Drummer. Wer hat da gerade „Normallfall“ gerufen?

Sehr wichtig ist der Division-Bereich, der den Takt des Pattern bestimmt. Wir finden dort:

  • 8th Note Triplet (3/4), was bedeutet, dass drei Steps des Pattern auf einem Beat liegen.
  • 16th; vier Steps auf einem Beat und ein ganzer Takt besteht aus 16 Steps.
  • 16th Note Triplet (6/8); 6 Steps auf einem Beat. 12 Steps ergeben einen halben Takt.
  • 32nd Note.; acht Steps auf einem Beat. 16 Steps ergeben einen halben Takt. Damit lassen sich Beats mit einer 32tel Rasterung programmieren. Aber Vorsicht! Wählt man für ein Pattern, was für 4/4 programmiert ist, die 32tel Division, dann verdoppelt/halbiert sich das Tempo

IK Multimedia UNO Drum Test – Parameter Automation

Die einzelnen Steps eines Patterns lassen sich mit maximal 8 verschiedenen Parametern je Instrument variieren. Dabei ist es z. B. möglich, die Bassdrum auf der 1 anders zu stimmen als auf der 2, um nur ein Beispiel zu nennen. Oder man stimmt eine Tom über 8 Steps immer eine Stück höher. Dies gilt nicht nur für Tune , sondern auch für die andere DRUM-Parameter. Damit kann ein Pattern natürlich deutlich lebendiger gestaltet werden.

IK Multimedia UNO Drum Test – Anschlüsse und Synchronisation

Der UNO Drum lässt sich nur über USB bzw. MIDI mit anderen Geräten verbinden. Eine analoge Clock fehlt hier leider. Das ist schade.

Das Gerät lässt bei der Synchronisation die Wahl zwischen Intern, USB und MIDI. Sehr positiv ist anzumerken, dass bei einer Synchronisation via USB (in aller Regel über ein DAW) das Sync-Signal über MIDI weitergeleitet wird. Das spart im Ernstfall ein USB/MIDI-Interface.

Die MIDI-Anschlüsse sind als Micro-Klinke (2,5 mm) ausgeführt, was wohl den geringen Maßen des Gerätes geschuldet ist. IK-Multimedia legt dem Gerät zwei Adapter bei (Micro-Klinke auf DIN), man muss halt aufpassen, dass man dies nicht irgendwie verschludert.

Die Stromversorgung erfolgt über Batterie oder USB, wahlweise über den Rechner direkt oder über ein USB-Netzteil. Ein etwas zu kurz geratenes USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Ansonsten gibt es nur noch einen Audio-Ausgang in Stereo-Minikinke (3,5 mm) und einen Audio-Eingang. Einzelausgänge sind nicht vorhanden. Ob das ein Manko ist, das hängt von der Anwendung ab. Wer gerne auf Snare oder Bassdrum externe Effekte legt, der wird mit der UNO Drum hadern. Wer einfach nur ein Stereo-Signal braucht, u.a. bei Live-Anwendungen, der kommt damit wunderbar klar.

Nun kann man argumentieren, dass man vielleicht in der Preisklasse keine Einzelausgänge erwarten könne. Dem sei gesagt, dass Arturias DrumBrute Impact (gleiche Preisklasse) zumindest Gruppeausgänge zur Verfügung stellt und auch über analogen Sync verfügt. Dafür punktet dann der UNO wieder mit den PCM-Sounds, die der Arturia nicht hat.

IK Multimedia UNO Drum Test – Der Sound

Die UNO Drum bietet die Sounds und die Klangqualität, die man erwartet. Der kleine Kerl klingt gut und druckvoll. Die Soundpalette ist dank der 60 Sounds und der möglichen Klangbearbeitung sehr umfangreich. Man kann mit dem UNO Drum in Richtung 808 oder 909 gehen, aber auch Mainstream-Sounds programmieren. Die Bandbreite ist aufgrund der umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten hoch.

Hier ein Sound-Demo der IK Multimedia UNO Drum:

IK Multimedia UNO Drum Test – Fazit

Mit dem UNO Drum gelingt IK Multimedia der Einstieg in den Bereich der Hardware-Drumcomputer.

Die Bedienung ist einfach und intuitiv, was den IK Multimedia definitiv zu einem Instrument für den Live-Einsatz macht. Uno Drum punktet natürlich auch mit den 60 verschiedenen Klangfarben (analog und PCM), da hat er die Nase vorn. Der Klang ist gut und die Möglichkeiten der Klangbearbeitung tun ein Übriges. Das Gerät ist klein und leicht und damit gut zu transportieren.

IK Multimedia UNO Drum ist ein mehr als ernstzunehmender Herausforderer im unteren Preissegment. Ob man sich für den UNO Drum oder ein anderes Gerät entscheidet, das hängt davon ab, wie man eine Drummachine einsetzen möchte. Braucht man unbedingt Einzelausgänge, dann muss UNO passen. Braucht man diese nicht, dann ist der kleine Italiener eine mehr als gute Wahl.