In unserer losen Reihe von Interviews mit interessanten Persönlichkeiten aus der Synthesizer- und Pro-Audio-Szene haben wir uns diesmal im megasynth.de-Studio mit Frank Hund von Make Pro Audio getroffen, mit dem viele noch das Unternehmen Creamware verbinden.

Bis ungefähr 2006 gehörte Creamware zu den innovativsten Unternehmen in der Synthesizer/Pro-Audio/Computer-Szene. Mit komplett DSP-basierten Systemen ging man einen ganz eigenen Weg. Und wie wir es von Frank Hund gewöhnt sind, geht er auch bei seinem neuen und aktuellen Projekt „Make Pro Audio“, das erstmals auf der Superbooth 2018 vorgestellt wurde, einen ganz eigenen Weg.

Make Pro Audio – was ist das?

MakeProAudio ist eigentlich keine Beschreibung dessen, was das Unternehmen macht. Es ist eher eine Aufforderung an die Kunden, die User, ihr eigenes, ganz spezielles, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Pro Audio System zu entwickeln und zu bauen. MakeProAudio stellt keine fertigen Produkte im klassischen Sinne her, sondern erlaubt es Usern, sich ihre Wunsch-Geräte einfach selber zu bauen – mit nichts mehr als einem Schraubendreher. Frank vergleicht das MPA-System mit einem anderen beliebten Baukastensystem: Lego. Lego liefert die Bausteine, was der User daraus macht, das bleibt seiner Kreativität überlassen.

MPA verkauft Kits, wie man es von Lego kennt, wo man beispielsweise einen Feuerwehrauto-Bausatz erwerben kann. Bei MPA sind in diesen Kits dann die vormontierten Baugruppen, sogenannte Tiles, enthalten, um sich Pro-Audio- oder Synthesizer-Komponenten zu bauen.

Kein Heimorgelbausatz!

Wer nun Angst hat, nach dem Vorbild der Selbstbau-Orgeln aus den 80ern mit dem Lötkolben im DIY-Verfahren alle gelieferten Teile nach Anleitung zusammenzubauen, der kann sich beruhigt zurücklehnen, denn die vorgefertigten Baugruppen und das Gehäuse-System lassen sich einfach zusammenstecken. Wer ein Eurorack zusammenbauen kann, der hat mit den MPA-Kits überhaupt kein Problem. Ein wenig „Machen“ gehört dazu, aber so ein Modul sollte in weniger einer Stunde fertig und einsatzbereit sein.

Bei MakeProAudio ist der Kunde der Entwickler und das Unternehmen liefert die dazu notwendigen Bausteine. Dabei muss man zwar kreativ in der Konzeption, jedoch kein verkappter Elektro-Techniker oder Metallbauer sein. Die Verbindungen erfolgen über Flachbandkabel, darüber steht die Netzwerk-Software GLUE, die aus den einzelnen Bauteilen das komplette System erwachsen lässt.

Aber bei MPA ist der User nicht nur Entwickler, er kann auch Firmenanteile erwerben und damit an seinen eigenen Entwicklungen Geld verdienen. Das ist ohne Zweifel innovativ. Dazu gibt es verschiedene Membership-Arten, die man sich auf der MPA-Webseiteanschauen kann.

MakeProAudio geht einen anderen Weg, und es lohnt, sich die Mühe zu machen, um das System zu „begreifen“. Ein professionelles Netzwerk, gestaltet nach den eigenen Wünschen, das ist doch wirklich etwas für uns alle. Wir haben mit Frank darüber gesprochen …