Synthesizer-Batterie CR2032
Synthesizer-Speicherbatterie CR2032

Jeder Synthesizer-Besitzer kennt das: Irgendwann kommt der Punkt, da schaltet man den Synth ein – und nix passiert mehr. Oder alle Sounds sind auf einmal weg. Höchste Zeit, die Speicherbatterie auszutauschen.

Speicherbatterien haben in Synthesizern völlig unterschiedliche Lebenszeiten. Bei meinen Synths haben sie teilweise 15 Jahre und länger gehalten. Andere waren deutlich schneller leer. Doch eins ist ihnen gemein: Wenn sie einmal leer sind, müssen sie durch neue Batterien ersetzt werden. Da führt kein Weg dran vorbei, sofern man nicht das Risiko einer auslaufenden Batterie und damit oft verbundener verätzter Platine eingehen will.

Denn eins ist sicher: Die Batterien eines Synthesizers sind irgendwann alle leer. Das sind nämlich keine Akkus, die vielleicht durch den Betrieb des Synths immer wieder aufgeladen werden, sondern echte, „altmodische“ Batterien.

Ich gebe hier keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man eine Batterie austauscht. Davon gibt’s jede Menge im Netz, auch als Video. Vielmehr versuche ich, ein bisschen Basiswissen zu vermitteln, damit alle, die ihre Synthesizer zum Spielen und Erzeugen von Sounds nutzen, sich vielleicht auch mal an ihr Inneres ran trauen.

Die meistgenutzte Batterie: CR2032

Speicherbatterie CR2032
Speicherbatterie CR2032

Also los. Die meisten älteren Synths haben irgendwo auf einer Platine eine Knopfzelle versteckt, die den Speicher im ausgeschalteten Zustand mit Strom versorgt. Neue Modelle dagegen benutzen häufig Flash-Memory und kommen ohne Batterien aus.

Die Batterie, die ich bei meinen über 30 Hardwaresynthesizern am häufigsten vorfand, ist das Modell CR2032. Egal, ob Oberheim Matrix-1000, Korg Wavestation A/D oder Roland Alpha Juno 2, überall liefert diese kleine Lithium-Knopfzelle 3V, die viele RAM-Chips brauchen, um ihren Speicher zu behalten. C steht übrigens für Lithium, R für Rundzelle. 20 gibt den Durchmesser (20 mm) und 32 die Höhe (3,2 mm) an.

Auch in anderen Studiogeräten hab ich CR2032 gefunden, beispielsweise im Digitalmischpult Mackie d8b – okay, das ist ja auch ein PC mit Bedienfeld – oder im TC Electronic Finalizer 96k. Im letzteren hatte ich übrigens Pech (s.u.)

Batterie austauschen

Als erstes solltest du ein Sound-Backup machen oder zumindest sicherstellen, dass der Synthesizer seine (Factory-)Sounds in einem ROM hat und wieder in den Speicher zurückspielen kann. Gerade deine eigenen Sounds willst du ja wahrscheinlich nicht verlieren.

Bei älteren Geräten wie etwa einem Roland Jupiter-6 hilft oftmals nur der Weg über das Tape-Interface. Dafür braucht man übrigens nicht unbedingt einen Kassettenrekorder. Über ein Audiointerface und die DAW geht das mit den entsprechenden Kabeln heutzutage auch. Und Soundfiles mit den Werksklängen gibt’s für fast alle Synthesizer im Netz.

Was nun kommt, machst du – sofern du das selbst nachmachen willst – selbstverständlich auf eigene Gefahr. Ein bisschen Ahnung solltet du vom Löten schon haben. Und seit der Umstellung von bleihaltigem auf bleifreies Lötzinn solltest du auch wissen, was ihr bei den alten Kisten so anstellt. Nur so viel: Bleihaltiges Lötzinn ist im Privatbereich nicht verboten, aber nicht gerade gesund. Für bleifreies braucht man wegen der heißeren Temperatur und dem kleineren Verarbeitungsfenster einen heißeren Lötkolben und die entsprechende Erfahrung.

Auch in Sachen Erdung solltest du wissen, wie du deinen Synthesizer vor deiner eigenen Ladung schützt. Ich empfehle hier ein Erdungsarmband. Zur Not tut’s aber meist auch der Griff an die Heizung.

Wenn du dir nicht sicher bist, dann ab zur Fachwerkstatt. Ein Batteriewechsel dauert nicht lange und ist auch nicht so teuer.

Mit dem Schraubendreher ans Eingemachte

Wer sich aber trotzdem ans Eingemachte ran wagen will, für den kommen hier ein paar Tipps. Am wichtigsten: Ruhe bewahren. Ein Synthesizer ist auch nicht viel anders als der Heimcomputer (in dem ebenfalls meist eine CR2032 steckt). Okay, meist ist er viel älter und möchte vielleicht hier und da en bisschen sanfter angefasst werden. Andererseits sind die meisten alten Synthesizer noch so robust gebaut, dass nicht viel passieren kann – sofern man sich an die Grundregeln beim Anfassen von Platinen hält.

Schappen wir uns also einen Schraubendreher und begeben uns auf die Suche nach der Batterie im Inneren des Synthesizers. Die Speicherbatterie ist in der Regel auf der Hauptplatine zu finden. Manchmal ist diese aber auch ein bisschen versteckt. Gerade bei älteren Rack-Geräten muss man ein bisschen suchen. Ein Beispiel hierfür ist der Korg EX-8000. Die Rackversion des DW-8000 stammt halt aus dem Jahr 1985, und da brauchten die Platinen eben etwas mehr Platz. So sind sie im 19-Zoll-Gehäuse des EX-8000 übereinandergestapelt, und die Speicherbatterie befindet sich mittendrin.

Ist die Batterie erst mal lokalisiert, kann man manchmal Glück haben oder öfters mal Pech. Mit Glück meine ich eine auf der Platine befestigte Batteriehalterung, aus der man mit einem Schraubendreher schnell und einfach die alte Batterie lösen und sie dann durch die frische ersetzen kann.

Synthesizer-Speicherbatterie-Halter-CR2032
Batterie-Halter für eine CR2032

Leider haben viele Hersteller hier auf jeden Cent geschaut und Batterien fest verlötet – das ist eben Pech. Hier empfehle ich, selbst einen Batteriehalter einzulöten, dann ist Ruhe. So gut wie alle Synthesizer, die ich bisher aufgeschraubt habe, hatten auf der Platine an der entsprechenden Stelle auch jede Menge Platz, der in der Regel auch bereits für die Batterie gekennzeichnet war. Hier sieht man, dass die Hersteller nicht bei der Planung, sondern hinterher bei der Fertigung gespart haben.

Sollte nicht genug Platz sein, kannst du die Batteriehalterung auch an anderer Stelle Platzieren und mit zwei dünnen Kabeln an den Batteriepolen auf der Platine verlöten. Achte nur darauf, dass die Batteriehalterung nicht irgendwo rumbaumelt und möglicherweise noch einen Kurzen verursacht.

Alternativ kannst du natürlich auch eine entsprechende Knopfzelle mit bereits angelöteten Beinchen kaufen. Aber dann hast du in ein paar Jahren das gleiche Problem. Nur bei Speicherbatterien, die keine Knopfzellen sind, würde ich diesen Weg gehen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Synthesizer-Speicherbatterie CR2450
Etwas seltener: eine CR2450 – und dann auch noch leider fest verlötet!

Die CR2032 ist die vielleicht am häufigsten verwendete Speicherbatterie in Synthesizern, aber keinesfalls die einzige. Manche Synthesizer wie etwa der Alesis Andromeda (CR2325) oder der Roland Super JX-10 (CR2450 wie in meinem kleinen Kawai G-Mega) haben einfach Knopfzellen anderer Größe. Andere Synthesizer dagegen wie zum Beispiel der Roland Juno-60 hätten gerne ein ausgefalleneres Modell, das es aber auch fertig mit Lötbeinen zu kaufen gibt. Ich habe aber auch von Fällen gehört, in denen Besitzer einfach ihre Synthesizer mit einem CR2032-Halter auf Knopfzelle umgerüstet haben. Empfiehlt sich aber nur, wenn man weiß, was man tut. Manche Speicherbatterien haben nämlich auch eine andere Spannung.

Speicherbatterie einer Roland TR-909
Absolut auslaufsicher Die originale (und leere) Speicherbatterie einer Roland TR-909 aus den 80ern, aufgenommen 2017!

Ganz einfach zu wechseln sind zum Beispiel der klassische 9V-Block einer Roland TR-909, der dort für die Speicherung der Patterns und Songs zuständig ist. Auch beim Kurzweil K2000 ist der Wechsel einfach, denn gibt es einfach drei AA-Batterien für den Speicher. Und die können ganz bequem über das Batteriefach im Boden getauscht werden. Dabei gibt es hier noch einen Vorteil: Lässt man den K2000 beim Wechsel eingeschaltet, bleibt der Speicherinhalt auch erhalten.

Apropos Speicherinhalt, eine Anekdote zum Schluss: Die Roland TB-303 benötigt zum Speichern der Patterns und Songs vier Batterien der Größe C. Als ich vor vielen Jahren mal alle prellenden Taster durch neue austauschen ließ (damals gab’s noch original Roland-Taster), mussten die Batterien selbstverständlich raus. Die 303 war für locker eine halbe Stunde ohne jegliche Stromversorgung. Und obwohl da natürlich kein Flash-Speicher drinsteckt (wie auch!), hatte sich die kleine Kiste alle Patterns gemerkt und spielte sie nach dem Zusammenbau munter wieder ab. So geht’s auch.