Behringer Poly D
Behringer Poly D

Mit dem Poly D weicht Behringer ein wenig von seiner Linie ab. Dieser neue polyphone Synthesizer ist kein klassischer Clone sondern eher ein Ausbau oder Weiterentwicklung des Model D. Auch mal eine Variante.

Der Behringer Poly D mutet auf den ersten Blick wirklich wie ein Minimoog an. Die hölzernen Seitenteile, die Bedienelemente, die Farbigkeit und natürlich das klappbare Bedienfeld erinnern stark an die alte Synthesizerlegende.

Im Gegensatz zum Behringer Model D, der ja nur als Modul angeboten wird, verfügt der Poly D über eine Tastatur mit einem Tonumfang von 37 Tasten – in Normalgröße (auch ein Lob hierfür). Aber der Poly D ist mehr als ein Model D mit Tasten, er ist vor allem polyphon spielbar und erinnert mich dadurch im ersten Moment an den Moog Matriarch, obwohl dieser optisch ganz andere Wege geht.

Behringer Poly D Test – Die Polyphonie

Ein vierstimmig polyphoner Synthesizer, der klingt wie ein Moog? Zu dem Preis? Ja, aber trotzdem müssen wir da etwas relativieren, denn der Poly D ist paraphonisch-polyphon. Und um das zu erklären, müssen wir ein wenig ausholen:

In der Regel sprechen wir bei polyphonen Synthesizern von Oszillatoren pro Stimme. Im Idealfall sind das zwei. Dies bedeutet, dass bei einem z. B. vierstimmigen Akkord jede Stimme von zwei Oszillatoren erzeugt wird. Ein derartiger Synthesizer verfügt dann also über 4 x 2 = 8 Oszillatoren, obwohl wir auf dem Bedienfeld (meist) nur zwei Oszillatoren-Einheiten sehen. Dies liegt daran, dass wir mit den Bedienelementen die Oszillatoren für alle Stimmen gleichzeitig beeinflussen.

Bei einem paraphonisch-polyphonen Synthesizer wie dem Poly D liegt die Sache anders. Wir sehen auf der Bedienoberfläche 4 Oszillatoren-Einheiten, wobei jeder VCO für eine Stimme im vierstimmigen Modus sorgt. Hier haben wir statt der im Beispiel angeführten 8 Oszillatoren insgesamt „nur“ 4.

Spielen wir das Instrument unisono, dann liegen alle vier Oszillatoren als „Stack“ übereinander. Spielen wir vier Stimmen im Akkord, dann nutzt jede Stimme einen der vier Oszillatoren.

Wir haben also pro Stimme einen Oszillator. Speziell die Schwebungen, erzeugt durch leichte Verstimmungen zwischen den Oszillatoren, sind im polyphonen Betrieb nicht machbar. Dies gleicht man z. B. mit dem integrierten Chorus aus. Und darüber hinaus gibt es ja einige erfolgreiche polyphone Synthesizer, die so arbeiten.

Insgesamt stehen drei Modi für die Auswahl der Stimmen zur Verfügung:

  • Mono: Stack aller Oszillatoren,
  • Uni: Duophon mit zwei VCOs je Stimme
  • Poly: vierstimmig mit einem VCO je Stimme.

Ein paraphonisch-polyphoner Synthesizer hat aber eine weitere Eigenheit, die das Gerät doch etwas einschränkt: Hier finden wir in der Regel insgesamt nur einen Filter und einen VCA mit den dazugehörigen Hüllkurvengeneratoren für alle Stimmen.

Ergo besitzt der Poly D vier Oszillatoren, ein Filter und einen VCA insgesamt. Bei einem nicht paraphonisch vierstimmigen polyphonen Synthesizer wären es mindestens mindestens vier (schöner sind acht) Oszillatoren, vier Filter und vier VCAs.

Ob das Fehlen eines separaten Filters, VCAs plus Hüllkurven pro Stimme störend auffällt, das hängt maßgeblich sowohl von der Spielweise als auch von der Klangeinstellung ab. Spielen wir nur Blockakkorde, dann merken wir das kaum bis gar nicht.

Im Klangbeispiel hören wir erst einen Sound im Mono-Betrieb (quasi Model D). Dann schalten wir um auf Poly und hören den Klang dann vierstimmig. Danach folgen die verschiedenen Chorus-Versionen. An der Klangeinstellung wurde sonst nichts verändert.

Lassen wir aber einen dreistimmigen Akkord liegen und spielen einen Basslauf dazu, dann triggert jeder einzeln gespielte Ton den gesamten Akkord immer wieder neu, so, als hätten wir ihn neu angeschlagen. Das kann nervig werden. Ein oder mehrere Tastenanschläge (Gate) können halt immer nur die eine Hüllkurve immer wieder triggern (d. h. diese startet wieder) oder aber an dem Hüllkurvenverlauf einsteigen, an dem sich diese gerade befindet.

Dies kann im Poly-Modus auch dann lästig werden, wenn man Läufe und Melodien legato spielt und beim Übergang von einem zum anderen Ton zwei Töne ausgelöst werden. Dieser Effekt tritt natürlich weniger stark auf, wenn der Einfluss der Hüllkurve z. B.auf das Filter nicht so stark ist oder die Cutoff Frequency ziemlich weit offen ist.

Im Klangbeispiel spielen wir einen dreistimmigen Akkord im Poly-Modus mi Chorus. Dann kommt ein Basslauf dazu. Wir hören, dass dabei der gesamte Akkord immer wieder getriggert wird.

Behringer weist in den verschiedensten Tutorial-Videos auch ausdrücklich auf diese Tatsache hin. Und man hat sich ein paar Tricks einfallen lassen, um die klanglichen Einschränkungen zu „minimieren“, bzw. den Umstand für andere Ideen zu nutzen.

Gegenüber den „normal“ polyphon arbeitenden Instrumenten ist das ohne Zweifel eine Einschränkung, dass muss man so festhalten. Warum macht man das dann? Ganz einfach: Das ist eine reine Preisfrage. Um den günstigen Preis von 699 Euro hinzubekommen, muss man natürlich an irgendeiner Stelle sparen. Und der Poly D ist weiß Gott nicht der erste Synth, der so arbeitet (z. B. Korg Poly 800)

Behringer Poly D Test – Der Aufbau

Da man nicht an das Eurorack-Format gebunden war, konnte man die gesamte Benutzeroberfläche sehr großzügig und übersichtlich gestalten. Die gesamte Optik stammt dabei von Minimoog und auch die Funktionalität erinnert deutlich an den Synthesizer-Giganten.

Der gesamte Signalweg (allerdings nicht der gesamte Synth) ist analog im klassischen Aufbau: VCO, VCF und VCA. Der Aufbau ist quasi mit dem Model D identisch, wären da nicht VCO 4 und die Polyphonie (und auch der Sequenzer).

In der Oszillatorsektion finden wir nicht weniger als vier Oszillatoren, die fast identisch aufgebaut sind: Die Wahlschalter für Fußlage von Low bis 2′, der Wahlschalter für die 5 Schwingungsformen Dreieck, Dreieck/Sägezahn und drei Rechteckwellen mit unterschiedlicher Pulsbreite. Nur beim VCO 4 wird die Dreieck/Sägezahn-Kombination durch einen aufsteigenden Sägezahn ersetzt.

VCO 4 kann auch als Modulationsquelle wirken, da er ja sowohl als LFO und auch im hörbaren Bereich schwingt. Dazu kann man ihn sogar von der Tastatur abkoppeln. Leider muss man in diesem Fall den LFO 4 immer im Mixer deaktivieren, da man ihn sonst als Knacken (Lo) oder als störenden Ton wahrnimmt.

Da der defaultmäßige LFO recht spartanisch ist (s. u.), ist das eine interessante Variante. Auch lassen sich damit FM-Sounds erzeugen, womit der Bereich der klassischen Moog-Sounds verlassen wird und alles deutlich aggressiver klingt.

Sehr schade finde ich, dass man auf eine Plusbreitenmodulation verzichtet hat. Dies hätte besonders im vierstimmigen Modus die ja nicht möglichen Schwebungen zwischen den Oszillatoren ersetzen können. Klar, auch ein Minimoog hat diese Funktion nicht, in der polyphonen Variante hätte das jedoch sehr viel Sinn gemacht.

Für die Grundstimmung steht der Tune-Regler bereit, wobei die VCOs 2 – 4 dann mit einem Fine-Tune-Regler ge- bzw. verstimmt werden können. Die Regelung ist sehr fein möglich.

Probleme kann es dann im vierstimmigen Bereich geben. Sind die 4 VCOs nicht perfekt gestimmt, dann stimmen auch die Intervalle nicht mehr. Klingt ein Sound unisono wunderbar, so kann er dann im Poly-Modus unangenehm schief werden Da muss man sofort nachstimmen. Oder man überdeckt das alles mit dem Chorus. Andererseits kann man das als Stilmittel verwenden.

Schade finde ich, dass der obligatorische Stimmton A-440 Hz nicht mehr berücksichtigt wurde. Ich weiß nicht, ob es machbar gewesen wäre. Vielleicht wäre ein Schalter, der im polyphonen Modus alle vier Oszillatoren nach dem Haupttune-Regler exakt auf eine Frequenz stimmt, hilfreich gewesen.
Ganz verzichten würde ich auf die Intervallstimmungen nicht, da man damit auch schön experimentieren kann.

Anders als bei den meisten polyphonen Synthesizern, bei denen man ja nicht separat auf die einzelnen Oszillatorstimmen zurückgreifen kann, sind hier bei einem vierstimmigen Akkord durchaus unterschiedliche Schwingungsformen und Fußlagen zu verwenden. Das kann ganz interessante Effekte erzeugen.

Die VCOs münden dann in den Mixer, der die einzelnen VCOs ein- bzw. ausschaltet und in der Lautstärke regelt. Ebenfalls im Mixerbereich finden wir den Noisegenerator (white/pink) und die Lautstärkeregelung für ein externes Signal, das wir dann über Filter und VCA, Chorus und Verzerrer schicken können.

Bitte mal versuchen: Spanende Klänge erzeugt man, wenn man aus dem Kopfhörerausgang eine Rückkoppelung in den externen Eingang schafft. Das ergibt ziemlich schräge Ergebnisse. Ein Tipp: Das Level des externen Signals langsam aufdrehen. Im Gegensatz zum Model D lassen sich die VCOs hier auch noch einzeln trimmen (auf der Rückseite),

Behringer Poly D Test – Chorus, LFO und Verzerrer

Behringer hat ja bereits den Nachbau des bekannten Roland Chorus (Juno) als Stand-alone-Effektgerät auf den Markt gebracht. Da liegt es nahe, diesen auch in einen Synthesizer zu verbauen. Sinn und Zweck sind hier die gleichen wie seinerzeit bei den Roland-Synthesizern: Der Chorus soll den Gesamtsound aufpeppen, gerade bei den Instrumenten, die nur einen VCO pro Stimme zur Verfügung haben. Will man böse sein, so verdeckt der Chorus die konzeptionelle Schwäche mit nur einem VCO pro Stimme.

Wir hören ein Sequenzer-Pattern und schalten dann die Distortion-Einheit dazu. Der Klang wird dabei deutlich aggressiver und weniger „moogig“.

Der Chorus macht insgesamt den Sound breiter und lebendiger – und dass in Stereo. Regelbar ist der Chrous dabei in drei Stufen I, II und I/II in Kombination. Der Effekt ist toll, hat seine Wirkung, aber er macht auch süchtig. Da muss man aufpassen, dass man ihn nicht ständig verwendet und überstrapaziert. Ausnahme: Die Kombination Chorus I/II ist mir zu intensiv.

Auch wird bei einem Playback mit dem Chorus ein ziemliches Frequenzspektrum abgedeckt, was nachher im Mix zu Problemen führen kann. Das ist aber abhängig von der gemachten Musik.

Will man dem Klang mehr Biss verleihen, dann nimmt man den Drive-Effekt hinzu, den man in den drei Parametern Distortion, Tone und Level verändern kann. Auch lässt sich der Effekt mit einem Kippschalter abschalten.

Nicht ganz verstanden habe ich hier die Level-Funktion (der Regler befindet sich in der Distortion-Sektion). Ich ging davon aus, dass dieser nur die Intensität des Effekts bestimmt. Er bestimmt aber auch die Gesamtlaustärke des Instruments. Dies ist schlecht. Schaltet man den Distortion-Effekt ein und das Level steht nicht auf Maximum, dann ist der Synthesizer auf einen Schlag deutlich leiser. Das sollte bei einem Update geändert werden.

Vermisst habe ich schmerzlich einen Dry/Wet-Regler, um die Effekte nuancierter ins Gesamtbild einfügen zu können. Da könnte man besonders den Chorus noch besser nutzen. So schön dieser ist, er kann auch hier und da etwas zu aufdringlich erscheinen.

Kommen wir zum LFO, der recht einfach aufgebaut ist und dessen Bedienelemente sich links neben der Tastatur befinden: Zwei Schwingungsformen (Dreieck und Rechteck) und Tempo-Regelung – that’s it.

Behringer Poly D Test – Filter und Hüllkurven

Wie erwartet steht hier ein 24-dB-Ladder-Filter aus dem Model D zur Verfügung. Aber, wie bereits erwähnt, nur einmal für alle Stimmen. Das Filter arbeitet so, wie wir es erwarten, und verfügt über Cutoff- und Resonance (selbst-oszillierend). Umschalten lässt sich zwischen LP und HP.

Die Hüllkurven sind wie beim Moog dreistufig aufgebaut: Attack, Decay und Sustain. Ein Release kann man hinzuschalten, wobei dann Release- und Decay-Time identisch sind. Manche hätte vielleicht lieber einen vierstufigen Hüllkurvengeneratoren (ADSR) gesehen, aber die verwendete Variante ist nun mal Moog-typisch.

Behringer Poly D Test – Modulationsmatrix

Der Minimoog war, anders als die Buchlas und andere Synthesizer der Gründerzeit, eigentlich nie ein experimenteller Synthesizer mit unzähligen Modulationsmöglichkeiten. Er war und ist halt ein geiler Lead-Synth für Soli und Bässe.

Und so sind die Modulationsmöglichkeiten natürlich auch beim Clone genauso überschaubar. Der Bereich entspricht im Prinzip dem Aufbau dieser Sektion im Model D.

Die dazugehörige Modulationsmatrix liegt auf der linken Seite. Wir können stets maximal zwei Modulationsquellen auf fünf Modulations-Destinations schalten. Als Modulationsquellen stehen VCO 4, der LFO, Noise, Filter EG und externe Modulation (über die rückwärtigen Anschlüsse) zur Wahl.

Klang mit langer Attack-Time. Nachfolgende Töne steigen dann in den bereits gestarteten Hüllkurvenverlauf ein.

Behringer PolyD Test – Die Anschlüsse

Die Anschlüsse des Instruments befinden sich auf der Oberseite des klappbaren Panels.

Wir haben hier:

  • MIDI in/out/thru mit DIN-Buchse,
  • Audio out (balanced) r/l (Anm.: Der Chorus liegt in Stereo an),
  • Velocity out (regelbar 0-10),
  • After Pressure out (regelbar 0-10),
  • Pitch Out,
  • V-Trig Out,
  • External Audio in,
  • Filter in,
  • Loudness in,
  • Oszillator in,
  • V-Trig in,
  • Modulationsquelle in,
  • Sync in/out,
  • USB.
Behringer POLY D Anschlüsse (Foto: Behringer)
Behringer POLY D Anschlüsse (Foto: Behringer)

Alle Anschlüsse sind in 6,3-mm-Klinke ausgelegt. (MIDI natürlich ausgenommen), so dass man bei Verwendung mit externen Geräten, die mit Miniklinke arbeiten, Adapterkabel verwenden muss. Diese sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Auch für die interne Verkabelung der Tastatur (s. u.) muss man sich entsprechende Kabel besorgen.

Leider ist die Beschriftung von vorne bzw. oben nicht so gut zu erkennen, so dass man immer schauen muss, wo sich welcher Anschluss befindet. Ich bin ein Anhänger davon, die Anschlussbeschriftung immer von oben lesen zu können.

Behringer Poly D Test – Die Tastatur

37 Tasten in Normalgröße, anschlagdynamisch und mit Aftertouch – da kann man nicht meckern. Oder doch? Na ja, ist jetzt nicht die hochwertigste Tastatur, aber sie tut ihren Dienst.

Der Clou an der Tastatur ist, dass diese natürlich sofort Töne triggert, aber von Dynamik und Aftertouch keine Spur! Kaputt? Mitnichten, diese Funktionen müssen auf der Rückseite gepatched werden. Dafür hat der Poly D (regelbare) Ausgänge für die Velocity- und Aftertouch-Informationen.

Dafür verbinden wir z. B. Velocity out mit Filter in, um per Velocity die Cutoff-Frequenz zu regeln. Aber natürlich kann man auf diesem Weg auch externe Geräte steuern, was ein höchst interessanter Aspekt ist.

Man könnte damit auch den Filter eines Euroracks-Moduls modulieren. Dazu bedarf es aber eines entsprechenden Kabels.

Links neben der Tastatur wurden die bekannten Spielhilfen Pitch- und Modulations-Wheel implementiert. Beide sind beleuchtet, wenn sie aktiv sind. Das Pitchrad hat eine ziemlich staff eingestellte Rückholfeder, woran man sich auch erst einmal gewöhnen muss, um nicht abzurutschen.

Behringer Poly D Test – Arpeggiator und Sequenzer

Integriert wurde der Seqeuzer/Arpeggiator, den wir von der Arbeitsweise her bereits im Behringer Crave (s. dort) kennengelernt haben. Wir können dabei eine Sequenz (auch polyphon) von bis zu 32 Steps aufbauen und 64 Sequenzen abspeichern.

Ist die gesamte Bedienung des Poly D einfach und absolut übersichtlich, so gilt das nicht ganz für diesen Bereich, da es hier einige versteckte Funktionen gibt, die man ohne Manual (dazu später mehr) nicht ganz so einfach findet.

Zu einer laufenden Sequenz noch dazu spielen geht leider nicht (hängt wohl auch mit der Filter7VCA-Sache zusammen), aber man kann die Sequenz über die Tastatur transponieren . Das finde ich auf jeden Fall hilfreich.

Schalten wir bei laufender Sequenz in den Poly-Mode, dann durchläuft der Sequenzer einen VCO nach dem anderen, das ist so eine Art Round Robin-System.

Die Sache hat einen kleinen Haken: Haben wir VCO 4 von der Tastatur getrennt, um diesen als Modulationsquelle zu nutzen, dann schließt der Sequenzer VCO 4 nicht aus, was in einer Pause oder einem Knacken mündet. aus. Gut, man könnte den VCO 4 im Mixer ausschalten, aber dann erzeugt man halt eine Pause. Auch das wäre etwas für ein erstes Update.

Behringer Poly D Test – Die Bedienung

Jede Funktion hat ihr Bedienelement, ergo ist die Bedienung einfach und übersichtlich. Auch das große Panel finde ich dabei wunderbar. Das gilt nicht ganz für die Sequenzer/Arpeggio-Abteilung, die über ein paar versteckte Funktionen verfügt. Da muss man erst einmal das Manual bemühen. Manual? Im Karton war nichts und auf der Behringer-Seite habe ich auch nichts gefunden. Vielleicht geht man bei Behringer davon aus, dass die User doch eher die zahlreichen Tutorial-Video sehen möchten. Ansonsten nimmt man das Manual vom Model D und für den Sequenzer das vom Crave. Aber vielleicht kommt ja da noch was…

Behringer Poly D Test – Das Fazit

Der Behringer Poly D hat seine Stärken, aber auch seine Tücken. Der Klang ist ausgesprochen gut, vor allem im Unisono-Modus. Er klingt halt wie ein Model D und hat im monophonen Modus durch VCO4 noch mehr Möglichkeiten.

Im Poly-Modus muss man eigentlich stets den Chorus hinzuschalten, um den Moog-Sound halten zu können. Mit Chorus klingt das alles fett und breit, so wie man es erwartet. Anpassen muss man aber seine Spielweise, da die Paraphonie auch Nachteile hat (s. o.).

Man sollte den Behringer Poly D als Model D mit Tastatur und einordnen, der zudem auch noch polyphon spielbar ist. Und das zu einem Preis von zwei Model D. Da wird dann ein Schuh draus.

Wer allerdings einen umfänglichen polyphonen Synthesizer sucht, der sollte sich vielleicht woanders umschauen. Der Preis liegt bei 699 Euro. Ein sehr guter Preis für das, was geboten wird.