Behringer Poly D, Foto: Behringer
Behringer Poly D, Foto: Behringer

Nachdem Behringer letzte Woche uns noch einen Warp-Drive versprochen hatte, haben sie nun das Geheimnis darum gelüftet! Heute präsentierte man den Behringer Poly D, einen vierstimmigen paraphonsichen Minimoog-Klon mit zusätzlichen Features.

Wer hätte das gedacht! Okay, inzwischen muss man bei Behringer ja wirklich mit nahezu allem rechnen. Diesmal also ist wieder der Minimoog dran, aber nicht einfach nur mit Tastatur und Holzgehäuse, sondern mit einigen zusätzlichen Features, die viele beim Original bestimmt vermisst haben.

Behringer Poly D – 4 Stimmen! 4 Stimmen? Jein!

Zunächst mal ist die neueste Kreation aus dem Hause Behringer 4-stimmig polyphon. Das ist im ersten Moment das herausragende Feature im Behringer Poly D nach all den ganzen monophonen Synthesizern der letzten Zeit.

Aber halt, wir sollten dann aber auch die ganze Wahrheit verraten. Stutzig hat uns in der Ankündigung die Integration des Chorus gemacht. Dieser ist bei so vielen Oszillatoren eigentlich gar nicht notwendig. Im Falle des Poly D aber sinnvoll.

Haben wir bisher von analogen polyphonen Synthesizern mit zwei oder mehreren Oszillatoren geredet, dann meinten wir immer/meist 2 oder mehrere Oszillatoren pro Stimme – so wie es beim Moog One der Fall ist. Nur dann können wir auch bei der Polyphonie die kompletten Klangmöglichkeiten ausschöpfen.

Ein 5stimmiger Prophet-5 z.B. mit zwei VCOs je Stimme verfügt über (5 x 2) also insgesamt 10 Oszillatoren. Beim Behringer Poly D scheint die Sache aber anders zu liegen. Hier haben wir im unisono Betrieb 4 VCOs je Stimme, dann aber im polyphonen (vierstimmigen) Betrieb gibt es je Stimme nur noch einen VCO. Es bleibt also bei 4 VCOs insgesamt.
Um das dabei entstehende klangliche „Manko“ auszugleichen, kommt der Chorus ins Spiel, der die dann fehlenden Schwebungen zwischen den Oszillatoren „künstlich“ hinzufügt. Da ist nichts Verwerfliches dran, ist aber ein deutlicher Qualitätsunterschied. Der Moog Matriarch arbeitet übrigens auch so.

Mehr noch, der Behringer Poly D ist insgesamt paraphonisch aufgebaut, denn die vier Oszillatoren greifen alle auf einen Filter, VCA und die dazugehörigen Hüllkurvengeneratoren zurück.
Jetzt wird auch klar, warum man eine vierten VCO und die Chorus-Schaltung integriert hat. Und so relativiert sich auch der wahrlich günstige Preis von 699 Euro.

Neben dem bereits besagten Chorus aus dem Roland Juno-60 gibt es noch eine Emulation des Overdrive aus dem BOSS DS-1. Ein Sequenzer und ein Arpeggiator dürfen natürlich auch nicht fehlen, wenn man schon mal dabei ist, sinnvolle Features zu ergänzen. Dass der Poly D das 24-dB-Ladder-Filter spendiert bekommen hat, war dagegen anzunehmen.

Die offensichtlichen, weil sichtbaren Features wollen wir natürlich nicht unerwähnt lassen: 37-Tasten-Keyboard und hochklappbares Bedienfeld im schicken Holzrahmen und jede Menge Anschlüsse. Sogar an das Feintuning der VCOs kommt man bei Bedarf mit einem Minischraubenzieher durch kleine Löcher auf der Rückseite des Bedienfelds ran.

Behringer Poly D Anschlüsse, Foto: Behringer
Behringer Poly D Anschlüsse, Foto: Behringer

Dass Behringer sowas von langer Hand plant, dürfte allen klar sein. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es bereits ein ausführliches Demo-Video gibt, in dem alle Features gezeigt werden. Und hören kann man den Synth darin selbstverständlich auch.

Video

Weitere Infos

Richtig, die wichtigste Info fehlt so kurz vor Weihnachten noch! Der Preis soll bei 699 Euro liegen.