Roger Linn – kaum ein Name steht so für die Entwicklung wegweisender Musikelektronik und Rhythmusmaschinen: von der Linn LM-1 bis zur MPC-Serie von Akai und darüber hinaus. Unser Autor Mark Vail traf Roger Linn zum Interview.

Roger Linn an der Akustikgitarre
Roger Linn ist auch ein exzellenter Gitarrist. Auf dem Bild von 1999 sieht man den Linkshänder, der im Gegensatz zu Jimi Hendrix die Gitarre nicht upside down spielt. (Foto: Roger Linn)

In Teil 1 (Video oben) des Interviews klären wir erst mal, wer dieser Roger Linn überhaupt ist. Schließlich hatte er bereits ein erfolgreiches Leben als Komponist und Songwriter, bevor er mit dem LM-1 unbedingt als erster einen programmierbaren Drumcomputer entwickeln musste, der programmierbar war und die Popwelt so nachhaltig beeinflussen sollte. Wie erfolgreich er war – das zeigt die (kleine) Auswahl an Gold- und Platin-Schallplatten im Hintergrund. Und auf dem Tisch links steht dann auch noch ein Grammy-Award. Wofür er den bekam, verrät er natürlich auch noch – wir konnten uns das Lachen bei seiner Antwort nicht wirklich verkneifen!

Roger Linn und der Hip Hop

Auch (oder gerade) auf den Hip Hop hatte Roger Linn erheblichen Einfluss, gehörte er doch zu den maßgeblichen Entwicklern der Akai MPC60. Die wiederum wurde als zentrale Produktionsmaschine von beinahe jedem Hip Hop-Star eingesetzt. In Teil 2 unseres Videointerviews spricht er über die Entwicklung und seine Zusammenarbeit mit David Cockerell, den man ebenfalls zu den legendären Musiktechnik-Pionieren zählen muss.

Roger Linn AdrenaLinn

Roger Linn in seiner Arbeitsumgebung in den frühen 2000er-Jahren
Roger Linn am Arbeitsplatz in den frühen 2000ern. Zu den interessanten Teilen auf seinem Schreibtisch gehören eine AdrenaLinn und ein Sony Aibo Roboter.Im Hintergrund steht eine Akai MPC60 (Foto: Roger Linn)

2001 kam Roger Linn in die Redaktion des amerikanischen Keyboard Magazine und brachte die erste Version der AdrenaLinn mit. Diese Guitar-Stompbox, eine digitale Maschine, die Modulationen der großen analogen Modular-Synths in eine kleine Kiste steckt, ist laut Roger Linn „something for everyone“, also etwas für jeden. Die Liste derer, die es benutzen, spricht dafür: Green Day, John Mayer oder die Red Hot Chili Peppers haben sie benutzt, doch auch in Synthesizer-Kreisen ist das Effektgerät beliebt. Außerdem zeigt er in Teil 3 unseres Videointerviews, was man alles mit seinem Nachnamen noch so machen kann.

Roger Linn und der DSI Tempest

Dave Smith, Stevie Wonder und Roger Linn auf der NAMM Show 2005
Dave Smith und Roger Linn kennen sich schon sehr lange. Hier sind sie zusammen mit dem unvergleichlichen Stevie Wonder auf der NAMM 2005 in Anaheim (Foto: Roger Linn)

Der Drumcomputer DSI Tempest wurde von Roger Linn zusammen mit Dave Smith entwickelt. Diesmal setzte Roger Linn den Schwerpunkt auf Echtzeitbedienung, Dave Smith entwickelte die fantastische analoge Klangerzeugung dazu. Wie richtig die beiden mit dem Konzept lagen, erzählt er in Teil 4 unseres Videointerviews. Schließlich erhielt er jede Menge Demo-Videos von Usern, die den Tempest fleißig in Echtzeit bedienten. (Anmerkung der Redaktion: Während im Videointerview berichtet wird, dass der DSI Tempest im Jahr 2012 erschien, wurde uns das Gerät von Roger Linn und Dave Smith höchstpersönlich auf der WinterNAMM 2011 in Anaheim erstmals vorgestellt. Die Serienreife und Marktfreigabe gab’s aber dann erst 2012.)

Roger Linn LinnStrument

Das LinnStrument gehört zu den neuesten Schöpfungen von Roger Linn. Im 5. und letzten Teil unseres Videointerviews zeigt er, was man damit alles machen kann, wie einfach man es bedient und er erklärt auch die Idee hinter dem LinnStrument.